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Konzerte / Konzert Bielefelder Philharmoniker Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
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Wildes Holz

summerwinds münsterland

Tobias Reisige, Blockflöten Markus Conrads, Kontrabass, Mandoline Johannes Behr, Gitarre AUF DEM HOLZWEG. Highlights aus 25 Jahren Band-Geschichte. 25 Jahre Wildes Holz: „25 Jahre auf dem Holzweg“. Das ist der Titel des Jubiläumsprogramms des Trios, der, na klar, ironisch, pfiffig und lustig ist und das Spielerische, den rotzig-charmanten Humor, das Improvisatorische und Gewagte seiner Musik rüberbringt und mit „Holz“ zuvorderst die Blockflöte, selbstverständlich aber auch Kontrabass und Gitarre meint. Und dass die schräg besetzte Holz-Band mit ihrem einmaligen Crossover-Projekt überall unterwegs, nur eben nicht auf dem Holzweg ist. Wildes Holz haben 2.000 Konzerte gespielt und 14 CDs veröffentlicht. Die Innovation: die Blockflöte als Pop-Instrument, der druckvolle, jazzig-rockige Sound von Tobias Reisige. Bei der Wahl ihrer Stücke sind die Drei höchst wählerisch – und nehmen sie von überall her, um sie zu adaptieren und sich einzuverleiben. Sie „scheren sich nicht um Genre-Grenzen“, heißt es auf ihrer Website. „Rock, Pop, Jazz, Klassik, Elektronik – je unmöglicher eine Umsetzung auf ihrem Holz-Instrumentarium erscheint, desto lustvoller beweisen sie das Gegenteil!“ In ihrem Jubiläumsprogramm „Auf dem Holzweg“ lassen Wildes Holz die Highlights ihrer Schaffensphasen Revue passieren, von den Anfängen als Straßenmusiker bis zu ihren aktuellen Hits. Dabei erzählen sie auch von ihren Erlebnissen auf und neben der Bühne, von skurrilen Begegnungen, lustigen Anekdoten, bewegenden Momenten. Veranstalter: Kulturscheune Waltende e.V. Tickets für „Wildes Holz“ gibt es nur hier: - Walstedder Reisagentur, Dorfstraße 17, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02387-900245, info@walstedder-reiseagentur.de - Markt Nr. 1, Markt 1, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02508-999796, verkauf@marktnr1.de - Hotel Leib & Seele, Sankt-Lambertus-Kirchplatz 16, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02387-9194303, info@hotel-leib-seele.de
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ars supernova

summerwinds münsterland

Gesine Bänfer, Schalmei, Pommer, Dudelsack, Saxophon, künstlerische Leitung Silke Gwendolyn Schulze, Schalmei, Pommer Phillip Boyle, Zugtrompete, Renaissanceposaune Miguel Tantos, Renaissanceposaune, Posaune Mike Schweizer, Saxophon Stevie Harrison, Horn Lu Hübsch, Tuba Araceli Fernandez, Gesang, Rahmentrommeln Thomas Bergman, Gitarre Michael Metzler, Anja Herrmann, Perkussion Johannes Ciconia (ca. 1370–1412): Merçe o morte 
 Ian Harrison (*1962): Aires de Bollschweil | Saltarello | Muiñeiras Henry Purcell (1659–1695): If music be the food of love 
 Guillaume de Machaut (ca. 1300–1377): Douce dame jolie 
Anonymus (17. Jh.): La folia Anonymus (Italien, ca. 1400): Lamento di tristano | La rotta Guillaume Du Fay (ca. 1400–1474): Ce jour de l’an Mönch von Salzburg (um 1400): Das Nachthorn Mit der gotischen Ars Nova in eine „ars supernova“ von heute! Aus der Musik des 13. und 14. Jahrhunderts macht ars supernova – Jazz. Das jammt, als hätte der auf die Schalmei gewartet und das Mittelalter das Saxophon schmerzhaft vermisst. Im Bild gesprochen, mit dem das Ensemble in seinem Namen spielt: Im Jazz von ars supernova leuchtet die Neue Musik des Mittelalters auf wie das Licht einer Supernova, der Explosion eines Sterns Millionen von Lichtjahren von uns entfernt, auf der Erde. Dass er einmal existierte, nehmen wir wahr, weil er tot ist und im Untergang millionenfach heller leuchtete als zuvor. Anders gesagt: Wie eine Supernova außer Licht auch „Baumaterial“ ins All schleudert, aus dem wieder neue Sterne und Planeten, vielleicht einmal neues Leben und andere Menschen entstehn, versprüht die Ars Nova „Sternenstaub“, aus dem ars supernova „Superneues“ macht. ars supernova, das sind das international renommierte Alte Musik-Ensemble Les Haulz et les bas und Jazzmusiker aus Freiburg. Die Band, die sich 2016 formierte, hat seitdem zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gespielt und wurde für ihre originellen Arrangements von Deutschlandradio Kultur ausgezeichnet. Ars supernova kommt aus dem vergessenen Klang der mittelalterlichen Alta Capella, die aus Schalmei, Pommer, Zugtrompete und der in der Renaissance neu erfundenen Posaune bestand. Les haulz et les bas hat den Nachlass der mittelalterlichen Bläser durchleuchtet, historisches Notenmaterial aufgearbeitet, den verlorenen Klang, ihre kunstvolle Mehrstimmigkeit, rekonstruiert und die Alta Capella um eine Jazzbesetzung erweitert. Altes Material wird neu arrangiert, neue Stücke sind für vergessenes Instrumentarium komponiert, außerdem wird mit Lust und Laune improvisiert.
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Kinokonzert

Sinfonieorchester Münster

Thorsten Schmid-Kapfenburg, Musikalische Leitung Sinfonieorchester Münster Ausgerechnet Wolkenkratzer! mit dem Originaltitel Safety Last! ist eine Komödie aus den USA, die im Jahr 1923 von Hal Roach produziert wurde. Die Szene, in der der Hauptdarsteller Harold Lloyd hoch oben über dem Straßenverkehr am Zeiger einer riesigen Uhr hängt, ging in die Filmgeschichte ein. Der Film handelt von einem jungen Mann aus einem kleinen Dorf, der in die Großstadt zieht, um reich zu werden und die Frau seiner Träume zu heiraten. Mit dem »Reichwerden« will es jedoch nicht klappen, und so täuscht er vor, die Karriereleiter erklommen zu haben, um bei der Frau Eindruck zu schinden. Diesen Aufstieg nimmt er letztendlich ziemlich wörtlich ... Der 1936 in New York geborene Komponist Carl Davis gilt als einer der renommiertesten und brillantesten Fernseh-, Spielfilm- und Stummfilmkomponisten überhaupt, zudem komponierte er auch »klassische« Werke (was nicht für alle Filmkomponisten selbstverständlich ist). Music by Carl Davis. Music commissioned by Thames Television for Channel 4. Performed by arrangement with Faber Music, London on behalf of Carl Davis. Film print supplied by Faber Music, London on behalf of Harold Lloyd Entertainment, Inc. Print restoration by the UCLA Film & Television Archive, the Packard Humanities Institute, and Criterion / Janus Films, in partnership with Harold Lloyd Entertainment, Inc. Photographic still from the Film: A Man Hanging From a Clock © 2011 The Harold Lloyd Trust. Mit freundlicher Unterstützung durch Ulrich Wünschel (FMS - Film Music Services).
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I Zefirelli

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Jeroen Finke, Bariton, Perkussion Luise Catenhusen, Blockflöte María Carrasco, Barockvioline Jakob Kuchenbuch, Barockcello Tilmann Albrecht, Cembalo Georg Philipp Telemann (1681–1767): Kantate: Sagt ihr allerschönsten Lippen, TVWV 20:66 | Triosonate, TWV 42 a4| Fantasia TWV 40:8 | Fantasia TWV 40:25 | Triosonate TWV 42:d10 | Arie „So quel que si dice“ Carl J. F. Haltmeier (1698–1735), Telemann, Anonym: Fantasia. Largo – Allegro – Bizarria – Polonaise Silvius Leopold Weiss (1687–1750): Presto Johann Valentin Goerner (1702–1762), Telemann: Der Wein | Das Dasein | Das Gesundheittrinken Christoph Graupner (1683–1760) / Georg Philipp Telemann: Aus: Concerto GWV 323 | Concerto TWV51:F1 Reinhard Keiser (1674–1739): Aus der Oper „Der lächerliche Prinz Jodelet“ Anonymi: Liebesklage | Nach Regen folgt Sonnenschein | Der junge Held | Studentenlob | Ach Schiffmann | Igel und Leinweber Telemann in der Taverne: Barock trifft Folk in den Kneipen von Krakau und Pless. Hier holte sich Georg Philipp, Kapellmeister des Grafen Erdmann II. von Pomritz in Schlesien, den Rausch. Im Wirtshaus brach der junge Komponist aus den Konventionen des Hofes, der adligen Etikette, den festen Standards und Formen aus. Eine Gegenwelt. Das pralle Leben. Doch nicht an Schnaps und Bier, sondern an Live-Musik und Tanz hat er sich besoffen, an der polnischen und hanakischen Volksmusik „in ihrer wahren barbarischen Schönheit“. Die war für Telemann, so heißt es in seinen Memoiren weiter, Inspiration pur, besonders die Improvisationen mit den „genialen Einfällen“ der Bläser und Geiger: „Wenn man notieren wollte, was da alles gespielt wurde, dann hätte man nach einer Woche genug Ideen für den Rest seines Lebens. Wenn man das zum eigenen Vorteil zu nutzen versteht, lässt sich aus dieser Musik so viel Gutes gewinnen.” Telemann hat aus der Volksmusik „Gedanken für ein ganzes Leben erschnappt“ und als einer der Ersten U-Musik, Folklore, und E-Musik fusioniert. Das, die Verbindung von Noblesse und Eleganz mit Einflüssen „barbarischer Schönheit“, macht den Charme der Stücke, die I Zefirelli aus seinen 3.600 erhaltenen Kompositionen ausgesucht haben, aus. Das Paradoxe: gespielt mit dem Können und Wissen von heute, mit Leichtigkeit und der fantasievollen Einfühlung in den gemischten Spirit Telemanns, klingen seine Stücke ganz frisch, wie neu – ebenso die ausgewählten Werke der Kollegen Haltmeier, Weiss und Keiser oder seines Schülers Graupner, die volksmusikalische Einflüsse zeigen und von Telemann in seinem Musikmagazin „Der getreue Musikmeister“ veröffentlicht wurden. Diese Stücke kombinieren die Zefirelli, die wie Telemann damals in Hamburg zuhause sind, mit humorigen Volksliedern seiner Zeit: Alte Musik von Heute, mit einem Ensemble, das Preisträger diverser Wettbewerbe und im begehrten europäischen Förderprogramm EEEMERGING+ ist.
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Meisterkursteilnehmer:innen – Theo Plath – Kimiko Imani

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Meisterkursteilnehmer:innen und Kimiko Imani, Klavier Theo Plath, Fagott Wunschstücke der Kursteilnehmer:innen. Das Programm wird am Konzertabend bekannt gegeben. Acht begabte junge Musiker:innen hat Theo Plath für seinen Fagott-Meisterkurs aus einer Vielzahl von Bewerber:innen ausgewählt. In einem intensiven Workshop in der Musikhochschule Münster haben sie mit ihm ihre Wunschstücke von der Klassik bis zu zeitgenössischer Musik erarbeitet, Werke für Fagott und Klavier oder für Fagott solo, Fagott-Konzerte und -Orchesterstellen. Ausschnitte aus ihrem Repertoire präsentieren sie im Abschlusskonzert „Wie gewünscht“. Theo Plath ist einer der führenden Fagottist:innen seiner Generation. Er ist Solofagottist des hr-Sinfonieorchesters, Preisträger u.a. beim ARD Musikwettbewerb und international als Solist und Kammermusiker gefragt. Die Pianistin Kimiko Imani, die den Kurs begleitet, unterrichtet an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und ist seit 2022 Dozentin an der Universität der Künste Berlin. Als Kammermusikerin und solistisch tritt sie international auf.
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Fratres Trio

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Fedor Rudin, Violine Guerino Bellarosa, Saxophone Florian Noack, Klavier Darius Milhaud (1892–1974): Le Boeuf sur le toit, Fantaisie op. 58 Erwin Schulhoff (1894–1942): Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier Fats Waller (1904–1943): Bye Bye Baby Maurice Ravel (1875–1937): Blues, aus: Sonate für Violine und Klavier Duke Ellington (1899–1974): In a sentimental mood | Jubilee Stomp Francis Poulenc (1899–1963): Suite aus „L’invitation au Château“ Kurt Weill (1900–1950): Sieben Stücke nach der Dreigroschenoper Moritat von Mackie Messer – Ruf aus der Gruft – Ballade vom angenehmen Leben – Pollys Lied – Zuhälterballade – Seeräuberjenny – Kanonensong George Gershwin (1898–1937): Porgy and Bess-Suite Introduction – Summertime – It ain’t necessarily so – Bess, you is my woman now Melodien, Rhythmus, Tanz, gerade und schräg, sentimental bis ausgelassen, voll harmonischer Spannung und im „American tempo“ mit dem Fratres Trio – Topvirtuosen der internationalen Klassikszene mit Feeling für Blue Notes und Swing. Das Fratres Trio spürt der Musikrevolution vor 100 Jahren nach. Da kam in den USA der Jazz zur Blüte, eine neue „Unterhaltungsmusik“, die direkt in den Körper ging. Auch in den Metropolen Europas (er)füllte er die Nachtclubs – und die „Ernste Musik“ verwandelte sich durch ihn. Mit Gershwin entstand die spezifisch US-amerikanische Fusion aus Klassik und Jazz, und in Good Old Europe nahmen traditionell ausgebildete Komponisten charakteristische Stilelemente des Jazz in ihre Werke auf. Etwa Milhaud, der „nie verstanden (hat), wie man zwei verschiedene Sorten Musik – klassische oder moderne, ernste oder leichte Musik etc. – abgrenzen und festlegen kann. (…) Es gibt nur eine einzige Musik, und die kann man in einem Refrain im Kaffeehauskonzert oder in einer Operettenarie genauso gut finden wie in einer Sinfonie, einer Oper oder in einem Kammermusikwerk.“ Das Fratres Trio spielt „Klassiker“ aus jener Zeit: klassische Musik, die „Baumaterialien“ (Ravel) des Jazz verwendet, und Jazz-Standards, die für Violine, Saxophon und Klavier kunstvoll arrangiert sind: Infektiös. Beschwingt eröffnet das Programm mit brasilianischen Rhythmen in Milhauds Fantasie, von der der Pariser Nachtclub „Le Boeuf sur le Toit“ seinen Namen hat. Im „Ochsen auf dem Dach“ trafen sich in den Zwanzigern führende Künstler und Musiker und jammten bis in den Morgen, woraus die Redewendung „faire le boeuf“ entstand. Auch Erwin Schulhoff „machte den Ochsen“ am Klavier und tanzte nächtelang in Clubs, lief heiß, lud sich mit Inspiration auf und nobilitierte in seiner Hot-Sonate das verruchte Modeinstrument Saxophon. Oder Poulenc lässt seine Nächte im Moulin Rouge in seiner „Einladung ins Schloss“ aufleben: eine Suite melodischer Tänze, Melancholie und Erotik, Polka und Tarantella. Am Schluss eine „Porgy and Bess-Suite“ mit Gershwins All-time-Hits, etwa „Summertime“.
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Armin Kyumei Lohbeck

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Armin Kyumei Lohbeck, Shakuhachi Yobitake Uketake: Rufender Bambus – antwortender Bambus Taihei-Raku | Yuugure No Kyoku: Stück zur Abenddämmerung Azuma No Kyoku: Stück aus Azuma Shika No Tone: Ruf der Hirsche Die Shakuhachi ist eins der ältesten Musikinstrumente der Welt und seit 1.200 Jahren unverändert. Hierzulande ist die japanische Flöte noch immer eine Exotin. Sie klingt holzig-hauchig, geräuschhaft nach Weite und Wind, ist aus dem Wurzelende des Madake-Bambus gemacht und hat fünf Grifflöcher. Inmitten der Ausstellung „Doppelpass“ spielt der Shakuhachi-Meister Armin Kyumei Lohbeck „Kinko-ryu Honkyoku“, meditative Stücke der „Komusō“ genannten japanischen Wandermönche. Im 16. Jahrhundert gründeten buddhistische Bettelmönche einen Zen-Orden, dessen Wahrzeichen die Shakuhachi wurde. Für diese Komusō war die Flöte ein Werkzeug der Meditation, das Spielen ein Weg zur Erleuchtung. Flöte spielend gingen sie auch durch die Straßen, um für ihr Essen zu betteln. Ihre Musik wird „Honkyoku“, Hauptstücke, genannt, „Kinko-ryu“ heißt deren größte Sammlung und Schule. Honkyoku bestechen durch fehlenden Rhythmus und Freiheit von allem, was man im Westen unter Musik versteht. Auf der Shakuhachi kann über mehr als zweieinhalb Oktaven jeder Ton und ein reiches Spektrum an Klangfarben erzeugt werden, indem die Spielenden die Grifflöcher ganz oder teils abdecken, die Kopfneigung oder die Lippenspannung verändern, wobei Anblas- und Atemtechnik anspruchsvoll sind. Nahezu alles ist auf der Shakuhachi spielbar: traditionelle japanische Meditations- und Ensemblemusik, Arrangements klassischer Musik, Filmmusik, Jazz. Armin Lohbeck entdeckte nach seinem Cello-Studium in Deutschland als Mitglied des Japan Philharmonic Symphony Orchestra seine Liebe zur japanischen Musik. In Japan erhielt er ersten Shakuhachi-Unterricht bei Reiko Yokota, in Deutschland bei Shakuhachi-Meister Ikkei Hanada. Ab 2010 studierte er die Shakuhachi in der Kinko-ryu-Tradition bei Gunnar Jinmei Linder in Schweden und Ryumei Matsuyama in Japan. 2016 erhielt er von der Kinko-ryu Chikumeisha-Schule das traditionelle Meisterzertifikat „shihan“ und den Künstlernamen „Kyumei“ 穹盟.
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Quantum Clarinet Trio

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Elena Veronesi, Klarinette Johannes Przygodda, Violoncello Bokyung Kim, Klavier Carl Frühling (1868–1937): Klarinettentrio a-Moll, op. 40 Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Drei Stücke für Klarinette, Violoncello und Klavier Robert Kahn (1865–1951): Serenade f-Moll, op. 73 Max Bruch (1838–1920): Sätze 1-3, aus: 8 Stücke, op. 83 Johannes Brahms (1833–1897): Klarinettentrio a-Moll, op. 114 „Beyond Brahms“: das ist nach Brahms und mit ihm. Und wundervolle Kammermusik mit dem preisgekrönten Quantum Klarinettentrio und Komponisten, die noch unbekannt, aber höchst entdeckenswert sind. „In nur 50 Jahren wird sein Glanz als der des überragendsten Komponisten aller Zeiten hell erstrahlen, während man sich meiner hauptsächlich nur wegen meines g-Moll-Violinkonzertes erinnern wird“. Damit sollte Max Bruch recht behalten. Doch weder seine noch die Arbeit von Carl Frühling und Robert Kahn geht in Epigonentum auf. Sie können neben Brahms bestehen, zumal Frühling und Kahn, die jüdischer Herkunft waren, von den Nazis vergessen gemacht wurden. „Ich liebte die unprätentiöse Wärme, den Humor, den sanften Charme seines Stils“, schwärmt der große Cellist Steven Isserlis, als er Frühlings Klarinettentrio, das erst 2009 wieder publiziert wurde, erstmals las. Graziös der moderne Wiener Walzer und eine Art Ländler im ersten Satz, nach einem nachdenklich-expressiven Andante ein temperamentvolles, verspieltes Finale: gute-Laune-Musik mit Augenzwinkern, alles andre als trivial. Heiter entspannt, ausdrucksvoll sanglich mit virtuosen Partien die Serenade Robert Kahns, Professor am Königlichen Konservatorium in Berlin und Klavierbegleiter von Joseph Joachim, dem Stargeiger und Brahms-Freund, sowie von Richard Mühlfeld, dem Klarinettenvirtuosen. Von Mühlfeld begeistert, schrieb Brahms 1891 sein Klarinettentrio für ihn. Max Bruch komponierte seine Acht Stücke für seinen Sohn Max Felix, der 1910 am Anfang einer Klarinettistenkarriere stand: Man hört Brahms und Schumann durch – und verzeiht es wegen der schönen Melodien und Harmonien, der Eleganz der Form und der Leidenschaft im Ausdruck. Knapp 20 Jahre zuvor hatte Brahms mit dem Opus 114 seinen Lebensherbst komponiert. Musik geworden, verstehen seine Melancholie selbst junge Musiker:innen: diese Mischung aus sanfter Resignation und Erinnerungen an Aufschwünge und Glücke. Wissend und nobel kommt die Leidenschaft des Alters über, man spürt die Kraft, die die Seele hat, wenn das Leben sich als erfüllt zeigt und das Sehnen dennoch nicht aufhört.
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Luftwaffenmusikkorps Münster – Degenkolbe – Kalweit u.a.

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Simon Degenkolbe, Klarinette Hauptfeldwebel Lulzim Bucaliu, Bassetthorn Felice Bröker, Sopran Gina Paulini, Sopran Marcel Entrup, Tenor Luftwaffenmusikkoprs Major Alexander Kalweit, Leitung Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): Konzertstück Nr. 2, op. 114 Artie Shaw (1910–2004): Clarinet Concerto Oscar Navarro (1981): Downey Ouvertüre Sylvester Levay (1945): „Ich gehör nur mir“, aus dem Musical „Elisabeth“ Andrew Lloyd Webber (1948): Ausschnitte aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ Claude-Michel Schönberg (1944): „I dreamed a dream“, aus dem Musical „Les Misérables“ Phil Collins (1951): „You’ll be in my heart“, aus dem Musical „Tarzan“ Galt McDermot (1928–2018): Ausschnitte aus dem Musical „Hair“ Arturo Márquez (1950): Danzón Nr. 2 Ein Sommer-open-Air: Sinfonischer Big Band-Sound – und das Leben ist Musik! Pop aus Musical und Klassik: energiegeladen, cool und fröhlich, tänzerisch, virtuos bis zum Geht-nicht-Mehr, romantisch und erzählend. Songs aus weltbekannten Musicals und Orchesterhits mit Latin-Rhythmen hat das Luftwaffenmusikkorps Münster auf dem Programm. Dazu Mendelssohn Bartholdys hinreißend-effektvolles Konzertstück mit gleich zwei Solisten an der Rampe. Simon Degenkolbe, der preisgekrönte Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, und Lulzim Bucaliu, Mitglied des Musikkorps, am Bassetthorn setzen ein strahlendes Duett in Szene, das von ihnen technische Topleistung und Herzblut verlangt. Hörvergnügen pur bietet auch Artie Shaws Concerto. Der berühmte Jazz-Klarinettist hat es sich auf den Leib geschrieben: Das swingt und geht ab, Simon Degenkolbe kann mächtig glänzen. Das Luftwaffenmusikkorps Münster ist vielseitig und flexibel. Als Großes Blasorchester sorgt es mit 50 professionellen Musiker:innen bei den Veranstaltungen der Bundeswehr in Deutschland und im Ausland für „den guten Ton“. Darüber hinaus gibt das Ensemble zahlreiche Konzerte außerhalb der Truppe mit Blasmusik von sinfonischer Klassik über Pop und Swing bis hin zu traditioneller Marschmusik. Seit 2022 leitet Major Alexander Kalweit das Luftwaffenmusikkorps Münster. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Musikoffizier absolvierte er das Kapellmeisterstudium an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf, wirkte bei verschiedenen Konzerthausproduktionen mit und arbeitete mit Orchestern aus NRW. Lulzim Buzaliu studierte bei Werner Raabe in Münster. Bei diesem hatte auch Simon Degenkolbe, Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, Unterricht, bevor er bei Norbert Kaiser in Stuttgart studierte, den GWK-Förderpreis bekam und Mitglied der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker war. Veranstalter: Forum Oelde
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Berlage Saxophone Quartet

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Lars Niederstrasser, Sopran-, Basssaxophon Peter Vigh, Altsaxophon Juani Palop, Tenor Eva van Grinsven, Alt-, Baritonsaxphon Karin Strobos, Mezzosopran Martijn Cornet, Bariton George Gershwin (1898–1937): The man I love Cole Porter (1891–1964): Night and Day Werner Richard Heymann (1896–1961): Irgendwo auf der Welt Robert Stolz (1880–1975): Salomé Erwin Schulhoff (1894–1942): Alla Serenata (5 Stücke für Streichquartett) | Tango | Melancolia (Bassnachtigall) | Victor Young (1900–1956): Ob du glücklich bist Friedrich Hollaender (1896–1976): Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt Mischa Spoliansky (1898–1985): Heute Nacht oder nie Theo Mackeben (1897–1953): Bei Dir war es immer so schön Kurt Weill (1900–1950): Sostenuto – Allegro molto (Zweite Sinfonie) Harold Arlen (1905–1986): Stormy Weather Ray Henderson (1896–1970): You’re the Cream in my Coffee James P. Johnson (1894–1955): The Charleston Cole Porter: Anything goes Alles ist möglich. Anything goes! Das preisgekrönte Berlage Saxophone Quartet aus Amsterdam, die Mezzosopranistin Karin Strobos und der Bariton Martijn Cornet blicken in die Welt heute und in ihrer Revue 100 Jahre zurück. Mit Hits jener Jahre, unterbrochen durch Stücke von Schulhoff: die Roaring Twenties – die wilden, die Goldenen Zwanziger. Damals ist Feier „fire“, ein Spiel mit dem Feuer. Ein Wirtschaftsaufschwung auf Pump, die Kunst blühte, Glitzer und Glamour in Berlin, in Hollywood und am Broadway. Eine Zwischenzeit: der Absturz kam 1929, Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise. Die Große Depression in den USA, in Deutschland erobern die Rechten die Straßen und Herzen. Der Nationalsozialismus gewinnt Macht. Nicht mehr lange ruhen die Waffen. In den Clubs und Varietés stiegen die Partys, die Kulturindustrie boomte. Man sah weg und tanzte – auf dem Vulkan. Der Jazz kommt auf, der klassische Komponist Erwin Schulhoff – seine Musik galt später als entartet, er, jüdischer Herkunft, kam im KZ Weilheim zu Tode – adaptiert ihn in den Zwanzigern, später küsste ihn die leichte Muse nicht mehr. Big Bands entstehen, das Saxophon tritt seinen Siegeszug an. Evergreens werden geschrieben (die deutschen Komponisten jüdischer Abstammung emigrierten nach Hollywood). In „Feier/fire“ ziehen George Gershwin, Cole Porter, Kurt Weill und andere in den Arrangements von Wijnand van Klaveren vorbei. Er setzt das Saxophonquartett als Big Band, Orchester und Barpiano ein. Pim Veulings inszeniert das Ganze in einer unbestimmten Zeit. Ein Fest mit dunklem Unterton, so aktuell wie vor 100 Jahren.
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Michael Schmidt-Casdorff – Christian Rieger

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Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte Christian Rieger, Cembalo Jacques Hotteterre (1673–1763): Suite G-Dur, op. 2,3 Michel de La Barre (1675–1745): Suite e-Moll, Nr. 3 Antoine Dornel (1691–1761): Suite G-Dur, op. 2,1 Michel Blavet (1700–1768): Sonata d-Moll, op. 2,2 „La Vibray“ François Couperin (1668–1733): Concert Royal Nr. 2 D-Dur „Concert Royal“– Sonne und Reichtum, Emotion, Glanz im warmen Ton der Querflöte aus Holz. Das Cembalo scheint silbrig im Basso continuo. Es ist das „Goldene Zeitalter“ Frankreichs, Ludwig XIV. ist „Sonnenkönig“ in Versailles. Der absolutistische Herrscher fördert die Künste wie keiner sonst – und verpflichtet sie auf sich. Sein Urenkel und Nachfolger, Ludwig XV., tut es ihm ab 1715 nach. Die Traversflöte wird Solo- und Modeinstrument und Jacques Hotteterre, Flötist im Kammerorchester des Königs, widmet 1708 sein „Erstes Buch mit Stücken für die Traversflöte“ ehrerbietig seinem Dienstherrn: „Welch beglückenderen Erfolg könnte ich mir für meine Stücke wünschen, als dass sie einige jener Momente zu füllen vermöchten, in denen der größte König der Welt seinen glorreichen Beschäftigungen zu entfliehen wünscht.“ Musik als Urlaub vom Alltag? Schönheit pur: betörende Suiten aus dem Goldenen Zeitalter, komponiert von Flötisten, die Mitglied der königlichen Kapelle und die Besten ihrer Zeit waren, und von den Tastenvirtuosen Dornel und Couperin. Ihr Concert Royal beginnen Michael Schmidt-Casdorff, einer der namhaftesten Flötist:innen der Alten Musik in Europa, und Christian Rieger, als Solist und Kammermusiker international gefragt, heiter und springend mit Hotteterres Tongemälde der großen Kaskade, die der Bruder Ludwigs XIV. als ein „Theater sprudelnden Kristalls“ im Park von Saint Cloud hat anlegen lassen. Gewiss hätte Schmidt-Casdorffs Spiel wie das Michel de La Barres auf Antoine Houdar de La Motte gewirkt: „So bezaubernd deine Flöte, / La Barre, sie ruft Zärtlichkeit hervor, / Alles entflammt sich an deinen gewinnenden Klängen; / Die Liebe selbst wird zarter, / Träumt nur noch davon, Dir zu lauschen / und lässt dich die Herzen verwunden.“ Gleiches galt mehr wohl noch für das Spiel Blavets, der die Traversflöte wie kein zweiter beherrschte und in affekt- und kontrastreichen Suiten sein Können zeigte. Ein Großer auch Couperin, genannt „Le Grand“. Den Organisten der Sainte Chapelle und Musiklehrer am Hofe bestellte der König in seinem letzten Lebensjahr fast jeden Sonntag zu einem Privatkonzert ein. Half ihm, der von Krankheit, dem Tod seines Sohnes und weiterer Thronfolger gezeichnet war, das 2. Concert Royal durch die Düsternis des Sterbens, das auch einen Sonnenkönig besiegt? Die „Echos“ am Ende des Konzerts sind zart zu spielen.
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Monet Quintett

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Daniela Koch, Querflöte Johanna Stier, Oboe Nemorino Scheliga, Klarinette Theo Plath, Fagott Marc Gruber, Horn György Ligeti (1923–2006): Sechs Bagatellen Maurice Ravel (1875–1937): Le tombeau de Couperin Roger Hanschel (1964): Sur le motif Valerie Coleman (1970): Tzigane Paul Taffanel (1844–1908): Bläserquintett in g-Moll Solist:innen, die europaweit zu den Besten ihres Fachs gehören, Solostellen in bedeutenden Orchestern haben, Preisträger:innen großer Wettbewerbe sind: in ihrem Quintett zaubern Daniela Koch (Querflöte), Johanna Stier (Oboe), Nemorino Scheliga (Klarinette), Theo Plath (Fagott) und Marc Gruber (Horn) so lebendige Farben hervor wie der Impressionist Claude Monet auf seinen Bildern. Dramatisch und hochenergetisch, rhythmisch komplex, kontrapunktisch dicht spielen Ligetis „Bagatellen“ die Kontraste des Lebens aus. Ein Tombeau (frz. Grabmal), eine nicht unbedingt traurige Gedenkmusik, erinnert an das Leben ihres Widmungsträgers. Ravel hat mit seiner impressionistischen Suite seinem Kollegen François Couperin sowie dem Barock insgesamt ein Denkmal gesetzt, zudem jeden Satz einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Freund gewidmet. Patriotisch begeistert, warnte der Franzose indes vor Chauvinismus in der Musik. Damit würde die „derzeit so reiche (französische) Tonkunst unweigerlich degenerieren und sich in schablonenhaften Formeln einschließen“. In keine Schablone passt Roger Hanschels „Sur le motif“, das neuste der drei originalen Holzbläserquintette des Abends, für das Monet Quintett komponiert. Der famose Jazz-Saxophonist und -Komponist – „der Traum eines virtuosen Stilisten, einer, der sein Ding macht, dieses Ding stetig fortentwickelt“ (Jury WDR Jazzpreis 2018) – verwandelt sich Klassisches, Osteuropäisches und Indisches, Minimal Music, Neue Musik oder Blues vollkommen an und entwickelt daraus seinen ureigenen Stil. Weltoffen und eine Virtuosin ersten Ranges auch die US-amerikanische Flötistin Valerie Coleman. Ihr „Tzigane“ ist von Roma- und orientalischen Stilen inspiriert und feiert, tonal und unterhaltsam, in faszinierenden Soli über einem durchgängigen rhythmischen Drive die Virtuosität jedes einzelnen Ensemblemitglieds. Wie „Tzigane“ lebt Taffanels Bläserquintett von Kontrasten und stellt höchste Anforderungen an die Musiker:innen – immerhin war der Komponist wohl der beste Flötist des 19. Jahrhunderts. Romantisch-weicher Bläserklang, französische Grazie, zum Schluss ein Vivace im 6/8-Takt, federnd und wie von der Tarantel gestochen.
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Pavel Efremov – Luis Gonzáles Garrido

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Pavel Efremov, Akkordeon Luis González Garrido, Saxophon George Gershwin (1898–1937): Three Preludes | Aus: Song Book: Do–Do–Do | I Got Rhythm Amy Beach (1867–1944): Mazurka, op. 40, Nr. 3 Guillermo Thomas (1868–1933): Maldá Tomasz Sweresz (1984): Coffin Ship (2018) Astor Piazzolla (1921–1992): Aus: Tango-Étude Nr. 3, Nr. 4, Nr. 6 | Grande Tango Philip Glass (1937): Mad Rush (1989), bearb. für Akkordeon solo Alex Nante (*1992): Incontri, für Saxophon solo. Uraufführung Alberto Ginastera (1916–1983): Milonga Igor Stravinsky (1882–1971): Tango (1940) Alfred Schnittke (1934–1998): Tango Chick Corea (1941–2021): Spain Eine reiche Palette an Stilen und Emotionen. Populäres und Entdeckenswertes. Zwei Rising Stars spielen „ihre“ Musik aus der Neuen Welt – hochenergetisch, sensibel und zart, expressiv. Pavel Efremov aus Chișinău und der Spanier Luis González Garrido präsentieren ihre Lieblingsstücke von Komponist:innen aus den USA und Argentinien, dazu Werke von Osteuropäern, die von der Musik der beiden Amerikas inspiriert sind: neue Welten auch in der Musik. Musiken für die Welt. So voller Gräuel und Grauen Amerikas Kolonisierungs- und Einwanderungsgeschichte ist – die kulturelle Vielfalt, die im Völkermix aufbrach und noch immer entsteht, fasziniert. Ist nicht sie der wahre Reichtum der „Neuen Welt“? Der Name war ein Versprechen: von Abenteuer und Gold, Lüsten und Ruhm, von einem Leben ohne Hunger und Armut, von Freiheit und sozialem Aufstieg. Den Norden der Neuen Welt dominierten die Engländer, im Süden entstanden die iberischen Kolonien, und der Kontinent teilte sich kulturell in zwei. In Lateinamerika mischten sich die Volksmusiken der Einwanderer aus Südeuropa untereinander, mit der Musik der Indigenen und der afrikanischen Sklaven: die Latin-Stile entstanden und südamerikanisch gefärbte Barockmusik. In den USA kamen die europäischen Musiken mit denen der People of Color zu Jazz, Soul und Rock’n’Roll zusammen. Musikstile wurden geboren, die in Europa nie hätten entstehen können, aber die es auch ohne die Klassik und Folklore der Alten Welt nicht gäbe: neue Welten. So spielen Pavel Efremov und Luis González Garrido US-Amerikanisches: Gershwins originelle Mischung aus Klassik, Blues und Jazz, den Jazz-Standard „Spain“ von Chick Corea, der das Adagio aus Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ zitiert und jazzig-fetzig ausspielt. Hypnotisch-meditativ die minimalen Veränderungen von Melodie und Harmonie in Philipp Glass’ „verrücktem Treiben“, bezaubernd die Mazurka, eine aus Polen stammende Walzerform, von Amy Beach. Die Überfahrt: das „Coffin Ship“ (Sargschiff) des Polen Sweresz erinnert an die Schiffe der europäischen Auswanderer in die Neue Welt. Aus Argentinien: Milonga und Tango, klassisch verarbeitet von Ginastera aus Buenos Aires und den in den Westen emigrierten Russen Schnittke und Stravinsky. Und Tango Nuevo von Piazzolla, dem Sohn italienischer Argentinien-Immigranten, die nach New York emigrierten und zwölf Jahre später nach Buenos Aires zurückkehrten. Piazzolla revolutionierte in Paris den traditionellen Tango zum Tango Nuevo, indem er ihn mit Klassik und Jazz fusionierte. Neuestes dazwischen von Alex Nante aus Argentinien, dem dort, in Paris und London ausgebildeten Weltbürger. „Incontri“ sind Begegnungen, organisch, abstrakt, spirituell – eine neue Welt, in Uraufführung.
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Unavantaluna

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Pietro Cernuto, Friscaletto/Hirtenflöte, Zampogna/Dudelsack, Vocals Carmelo Cacciola, Kretische Laute, Oud, Vocals Luca Centamore, Gitarre Francesco Salvadore, Perkussion, Vocals, Marranzanu/Maultrommel Sizilianische Traditionals, neu interpretiert, und Eigenkompositionen, traditionell instrumentiert Originell, kunstvoll, zum Zuhörn, aber eingängig, sing- und tanzbar: Mit Unavantaluna, der Cumpagnia di Musica Siciliana, wird sizilianische Volks- zu packender Weltmusik von heute. Wer auf Sizilien war, wird Friscaletto und Zampogna, der Hirtenflöte aus Rohr und dem Dudelsack, nicht nur einmal begegnet sein. Wie keine anderen stehen diese Instrumente für den Sound der Insel und ihre Folklore. Doch Unavantaluna reproduziert die reiche Volksmusik Siziliens nicht einfach, sondern macht sie fruchtbar in eigenen Stücken und treibt sie weiter, in die Zukunft. So wird aus Folklore Pop, Volksmusik von heute, anspruchsvoll und innovativ, getreu dem Motto: „Diese Tradition gehört zu uns, aber wir gehören ihr nicht.“ In Rom lernten sich die vier „Exil“-Sizilianer kennen und entdeckten, dass sie nicht nur die Leidenschaft für die Musik ihrer Heimat teilten, sondern auch das Bedürfnis, sich in ihr, ihrer ursprünglichen Sprache, auszudrücken. Sizilien war für sie unterdessen ein mythischer Erinnerungsort geworden. Ihn, dieses innere Bild, beschwört Unavantaluna mit seiner ureigenen Musik herbei und verwandelt es, indem das Quartett die sizilianische Tradition mit zeitgenössischen Musiktrends und Einflüssen aus dem nahen und fernen Osten verschmilzt: „Unavantaluna ist der Beginn eines Spiels, in dem Sehnsüchte und Hoffnungen wachsen. (…) Wir spielen und wissen, dass wir jenseits der Vernunft spielen in diesem Spiel, das nur in sich selbst einen Sinn hat.“ Unavantaluna wurde 2004 von Carmelo Cacciola, Luca Centamore, Pietro Cernuto – der seine Friscoletti selber baut – und Francesco Salvadore gegründet, die auch heute noch die Hauptbesetzung der Gruppe bilden. Unavantaluna trat auf vielen Bühnen in Italien und Europa, Tunesien, Taiwan und Australien auf und wurde mit Worldmusic-Preisen ausgezeichnet.
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Harts un Neschome

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Anja Bachmann, Klarinette Kerstin Guzy, Violine Hans-Richard Ludewig, Akkordeon Tino Scholz, Kontrabass Michael Winkler, Schlagwerk Odessa Bulgar | Mitzva tants | Freylechs von Bukovina | Ich hob Dich tsu fil lieb | Sammys Freylachs | Shir Hama lot | Khosn kale mazl tov | Shpil she mir a Lidele/Hevenu Shalom Alechem | Hora | Badeken die Kallah | Hopke | Vu ahin zol ich gehen | Hasid tants | Und as der Rebbe | Yankele/Freyleks tants u.a. Herz und Seele, das heißt auf Jiddisch „Harts un Neschome“. Und der Name der Band ist Programm, gibt sie auf der Bühne doch alles. Allen voran die Front-Frau Anja Bachmann. Als sie mit ihrem Sinfonieorchester das Musical „Anatevka“ aufführte und zum rauschenden Hochzeitstanz, wie berauscht, das Klarinettensolo spielte, entdeckte sie das zweite Herz, das in ihrer Brust schlägt – für den Klezmer. L’chaim! Auf das Leben! Das hat der Klezmer immer ganz. In Übermut und Freude glimmt ein Schmerz, durch das Dunkel schimmert Licht. Dies Leben, traditionellen Klezmer, bringt Harts un Neschome kraftvoll auf die Bühne, Instrumentalstücke und Lieder, gut recherchiert und individuell arrangiert, mit Fantasie improvisiert. Dazwischen gibt’s Geschichten mit jiddischem Witz und tiefgründigem Humor. Der zieht sein Lachen, sein Schmunzeln, seine Intelligenz und Gewieftheit wohl aus der Melancholie des Exils, einer Trauer und Sehnsucht, die die jüdische Geschichte im Ringen der Menschen um Rettung treibt. Klezmer, die jiddische, zumeist mündlich überlieferte Hochzeits- und Festmusik, entstand im ostjüdischen Schtetel, in Bessarabien, heute Republik Moldau und nördliche Ukraine. Dort lebte sie 500 Jahre, bis zum Holocaust, in dem die Nazis auch die Klezmorim ermordeten und so die Tradition in Europa auslöschten. Der Klezmer überlebte in den USA, wohin Jüdinnen und Juden zu Hunderttausenden schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor den Pogromen in Ost- und Mitteleuropa geflohen waren. Mit ihrer Assimilation verlor er dort seine Popularität – bis zum Revival im Zuge der Folkmusic der 1960er Jahre. Heute hat der Klezmer die Konzertsäle der Welt erobert, er, der das Herz im selben Moment zerreißt und heilt.
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Boreas Quartett Bremen

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Jin-Ju Baek, Anna Stegmann (für Luise Manske), Luisa Fritz, Elisabeth Champollion, Blockflöten Anonymous (England, ca. 1250): Sumer is icumen in Johann Sebastian Bach (1685–1750): Contrapunctus 1, 4, 9, 11, 12 Alessandro Poglietti (17. Jh.): Capriccio per lo Rossignolo Syncopatione del Ricercar | Ricercare | Canzon über das Henner und Hannergeschrey Tarquinio Merula (1595–1665): Canzon La Lusignuola Piet Swerts (*1960): Catch phrases | Theatre of the Absurd, aus: Three Gadgets Giovanni Pierluigi da Palestrina (1515–1594): Ricercar del primo tuono | Ricercar del quarto tuono Diomedes Cato (ca.1560–1618): Fantasia chromatica Blockflöte vom Feinsten! Klangschönheit, expressives Zusammenspiel bei höchster Präzision und eine innere Kraft, die aus dem Einssein der Virtuosinnen mit der Alten Musik wie mit der Musik unsrer Gegenwart strömt: Das Boreas Quartett Bremen ist eins der besten seiner Art und mehrfach preisgekrönt. 40 Blockflöten unterschiedlicher Größe und Bauart haben die Vier, die in Europa, Taiwan und den USA konzertieren, im Einsatz. Die Kunst der Fuge wird durch das Zugleich von Eigenständigkeit und Gemeinsinn bestimmt. Vier Stimmen klingen zusammen als vier verschiedene Melodien. Voneinander unabhängig, sind sie immer aufeinander bezogen. Sie laufen parallel, aber keine führt. Keine ordnet sich die anderen unter, keine hat bloß begleitende, „akkordauffüllende“ Funktion. Eine jede behauptet sich. Zusammen aber machen sie nicht sinnlos Lärm, sondern sind in Harmonie. Das ist Polyphonie, die fasziniert, Mehrstimmigkeit im strengen Sinn, Kontrapunkt: „punctus contra punctum“, Note gegen Note gesetzt. Die Fuge krönt das polyphone Komponieren des 13. bis 18. Jahrhunderts und erfuhr im 20. eine Renaissance. Die Form, für die Johann Sebastian Bach wie kein anderer steht, lebt von der kunstvollen Verflechtung gleichberechtigter Stimmen, die wie auf der Flucht (lat. „fuga“) voreinander angeordnet sind: Ein musikalisches Thema wird zeitlich versetzt und auf unterschiedlichen Tonhöhen wiederholt, es durchläuft imitatorisch alle Stimmen und kann dabei identisch, wie beim Kanon, oder aber frei, leicht verändert, imitiert werden. Virtuos balanciert das BQB auf dem schmalen Grat von Autonomie und Gemeinschaft. Jede Spielerin verfolgt ihre eigene Linie – und bringt sich zugleich organisch in den Gesamtklang ein.
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La Fonte, Westfälisches Barockorchester

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Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte Daniel Lanthier, Oboe Katrin Lazaar, Fagott Bart Aerbeydt, Horn Fabrizio Ventura, Leitung Daniel Glowotz, Moderation Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Berliner Symphonie Nr. 1 Es-Dur, Wq 179 Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Sinfonia Concertante für vier Blasinstrumente, KV 297b Giuseppe Cambini (1746–1825): Sinfonia Concertante für 2 Flöten G-Dur, PL 22202 Paul Heinrich Masch (18. Jh.): Symphonie Nr. 5 C-Dur Das neue La Fonte Barockorchester unter Leitung Fabrizio Venturas ist fast kein Geheimtipp mehr. Auch die Fürst zu Bentheimsche Musikaliensammlung Burgsteinfurt aus dem 18. Jahrhundert nicht, die das international besetzte Ensemble aus Westfalen ins Zentrum seiner Konzertprogramme stellt. Ein überaus reicher Fundus, ist die Sammlung der Fürsten von Bentheim-Steinfurt, die in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster liegt, noch für manche Entdeckung gut. Die Fürsten aus der westfälischen Provinz waren alles andre als provinziell. Graf Karl (1729–1780) und Sohn Ludwig (1756–1817) von Bentheim-Steinfurt waren hoch gebildet und kulturinteressiert. Virtuos spielten sie Flöte und unterhielten eine 35-köpfige Hofkapelle, die mi Bagno, in der „Grande Galerie pour les concerts“, welche Karl 1774 nach dem Vorbild des „Grand Trianon“ auf Schloss Versailles hatte errichten lassen, konzertierte. International auf Reisen und gut in der Musikszene vernetzt, sammelten die beiden Enthusiasten Musik am Puls ihrer Zeit. Und der schlug Freiheit: Liberté. „Liberté!“ – das Ringen um Freiheit bestimmte auch die Entwicklung der musikalischen Formen im 18. Jahrhundert. Daniel Glowotz, der die Konzerte von LA FONTE moderiert, erforscht die Bentheimsche Sammlung und reflektiert ihren Ort in der Übergangszeit von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft. Das Konzertprogramm „Liberté“ ist der Entdeckung der individuellen Freiheit von Musikern und dem virtuosen Potenzial der Blasinstrumente gewidmet, die im 18. Jahrhundert wichtige technische Neuerungen erfuhren. Dazu schreibt der Musikwissenschaftler: Aufklärung und Konzert Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts hat unsere heutige Lebenswelt geprägt. In dieser Zeit wurden die philosophischen Grundlagen der liberalen demokratischen Gesellschaften der Moderne entwickelt. Parallel zum Aufkommen des freien Individuums als sozialem Ideal erschienen in der Musik die ersten europaweit aktiven Virtuosen. Ihr Ausdrucksmittel war das Konzert, jene musikalische Gattung, in der ein Individuum solistisch oder in einer Gruppe mehrerer Solisten einem größeren Ensemble von Musikern entgegentritt. Das Solo- und Gruppenkonzert wurde damit zur spezifisch musikalischen Ausdrucksform künstlerischer und individueller Freiheit, der Liberté, dem Leitideal der Französischen Revolution. Der neue Musikertypus: Virtuose Die wohl bekannteste Schöpfung des neuen aufgeklärten Geistes in der Musik, für den vor allem der brandenburgisch-preußische Hof Friedrichs II. (1712–1786) in Potsdam steht, bilden die „Berliner Sinfonien“ C. P. E. Bachs mit ihren innovativen, virtuosen Bläserpartien, ihrem Sturm der Affekte und überraschenden harmonischen Wendungen. Den neuen Musikertypus des reisenden Virtuosen verkörperte als erster der Böhme Vaclav Jan Stich (1746–1803), der, ein entflohener Leibeigener, unter dem Pseudonym Giovanni Punto in ganz Europa auf dem Waldhorn Karriere machte. Punto inspirierte Mozart zu seiner konzertanten Sinfonie für vier Blasinstrumente. Auch Cambinis Sinfonia Concertante für zwei Flöten in G-Dur ist ein Meisterwerk, leicht und brillant. Als Erfinder der Gattung machte sich Cambini in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ausgehend von Paris, in ganz Europa einen Namen. Bläsermusik in Burgsteinfurt Da die Grafen von Bentheim-Steinfurt überaus fähige Flötisten waren, haben sie für ihre Musikaliensammlung in großem Stil die besten Werke der Bläserliteratur ihrer Zeit erworben. Darunter sind nicht nur fast alle damals bekannten konzertanten Sinfonien für die Blasinstrumente, sondern auch Bearbeitungen bekannter Werke fürHarmoniemusik. „Harmoniemusik“, diese besondere sinfonische Bläserbesetzung, war im 18. Jahrhundert auch am Burgsteinfurter Hof beliebt. Und last but not least hat auch der Burgsteinfurter Bassist, Orchestermanager und Bürgermeister Paul Heinrich Masch Sinfonien mit virtuosen Traversflöten- und Hornpartien komponiert. (Daniel Glowotz)
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Duo Concento

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Myriam Ghani, Flöte Lea Maria Löffler, Harfe Gabriel Fauré (1845–1924): Fantaisie, op. 79 Ekaterina Walter-Kühne (1870–1930): Fantasie über ein Thema aus Tschaikowskys Oper „Eugène Onegin“, für Harfe Cécile Chaminade (1857–1944): Concertino für Flöte, op. 107 Christoph Willibald Gluck (1714–1787): Menuett und „Reigen seliger Geister“, aus: Orpheus und Eurydice Pēteris Vasks (*1946): Ainava ar putniem – Landschaft mit Vögeln, für Flöte Georges Bizet (1838–1875): Entr’acte François Borne (1840–1920): Fantaisie brillante sur „Carmen“ Fantasien, Melodien: strahlend, expressiv, ungebunden und frei, teils nur gebrochen, zumeist hochfliegend, in den Himmel und weiter, ins Elysium. Das ist das Programm „Fantaisie“ des jungen Duos Concento, der hochbegabten und mit deutschen wie internationalen Preisen ausgezeichneten Solistinnen Lea Maria Löffler und Myriam Ghani. 1898 für einen Wettbewerb komponiert, gehört Faurés Fantaisie zum Standardrepertoire der Flöte und bietet Hörgenuss pur. Mit ihrer Ausdruckskunst, Tongebung und Agilität hätte Ghani den Concours am Pariser Konservatorium damals gewiss gewonnen. Ein Wettbewerbsstück auch Cécile Chaminades Flötenconcertino von 1902. War die Komponistin und Pianistin zu Lebzeiten in Europa und den USA berühmt, hatte man sie danach bis in die 1980er vergessen. Frauenschicksal? „Dies ist keine komponierende Frau, sondern ein Komponist, der eine Frau ist.“ So glaubte Kollege Ambroise Thomas, ihr echte Anerkennung auszusprechen … Chaminades Flötenconcertino ist romantisch, Skalen rauf und runter, tonal und chromatisch, Triller. Nobler Charme und Licht. In den mondänen russischen Salons des Fin-de-Siécle war Evelyn Walter-Kühne populär. Unterhaltsam, hat die romantische Onegin-Fantasie der großen Harfenistin dennoch Tiefe und Schönheit. Schnellste Arpeggien, die Harfe glüht in den vollsten Registern. Melodische Schönheit und Einfachheit bei Gluck: seligmachend. Man hört und sieht die seligen Geister in den Elysischen Gefilden, dem Reich der Unsterblichen, von den Göttern Entrückten, tanzen. Erdverhaftet und erfüllt vom Verlangen nach Aufstieg ist Pēteris Vasks „Landschaft mit Vögeln“. Eindrucksvoll erweitert diese Fantasie das Klangspektrum der Flöte. Gespenstisch-flatternde Töne, wie Flügelschlagen beim Versuch aufzufliegen, rhythmische Wirbel, windige Arabesken, dramatisch-theatralisch der Höhepunkt, Abflauen. Weite. Als entschwänden die Vögel in den Norden. Aus den „Augen“, sind sie nicht aus dem Sinn, wenn Bornes Fantaisie brillante auf die Oper „Carmen“ zum Schluss ins volle Leben zurückholt.
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Caire Reed Quintet

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Pedro Jimenez, Oboe Carolina Guiducci, Klarinette Adrián Vilaboa, Saxophon Celia Matamoro, Fagott Alberto García, Bassklarinette Anonymi (spätes 15. Jh): Propinyan de Melyor | Tres morillas Juan del Encina (1469–1530): Oy comamos y bebamos | Más vale trocar Santiago de Murcia (1673–1739): Folías Gallegas Isaac Albéniz (1860–1909): Suite Española Pixinguinha (1897–1973): Carinhoso Chico Buarque (1944): Apesar de você Géronimo Giménez (1854–1923): La boda de Luis Alonso Heitor Villa-Lobos (1887–1959): Bachianas brasileiras Nr. 5 Guinga (1950): Chorado Edu Lobo (*1943): Perambulando Adoniran Barbosa (1910–1982): Trem das onze Manuel de Falla (1876–1946): El amor brujo Carlos Cano (1946–2000): Maria la portuguesa Astor Piazzolla (1921–1992): Oblivion | Libertango „Aromas del sur“: Düfte und Würze des Südens. Caire – aus spanisch „aire“ für Luft und „c“ von „cañas“, Rohr – lässt populäre Werke seiner Heimaten neu erklingen und mitreißend erleben, dass jeder National- und Individualstil eine innovative Mischung aus Eignem und Fremdem ist. Zu Beginn erinnert das junge Rohrblattquintett älteste iberische Kunstmusik, katholisch, höfisch und maurisch beeinflusst, sowie Volkslieder und -tänze aus einer Zeit, in der Wirtschaft und Kultur auf der Halbinsel blühten. Im 19. Jahrhundert inspiriert die Tradition klassische Komponisten, zuvorderst der von den Gitanos geprägte Flamenco: Bolero und Fandango (ursprünglich ein Tanz afrikanischer Sklaven in den südamerikanischen Kolonien Spaniens), „spanische Gitarre“ und Kastagnetten, beide aus der arabischen Welt importiert. Am Konservatorium ausgebildet, hatten Géronimo Giménez, Isaac Albéniz (der als 12-Jähriger nach Südamerika abhaute) und Manuel de Falla neben der europäischen Klassik die Folklore ihres Landes im Ohr und im Blut – und entwickelten daraus ihren je eigenen und einen unverwechselbar spanischen Nationalstil. So durchziehn Albeniz’ „Spanische Suite“ die Düfte Granadas, Cataluñas, Sevillas und Cubas, und de Falla lässt, verliebt in ihre Musik, seinen „Liebeszauber“ unter den Gitanos in Andalusien spielen. Der Sprung nach Südamerika: Villa-Lobos verbindet in seiner Kantilene brasilianische Rhythmen mit Bachs Kontrapunkt. Komplexe Mehrstimmigkeit auch in Pixinguinhas zärtlichem Choro oder, verjazzt, in „Chorado“ des beliebten Songwriters Guinga. Mehr „MPB“, populäre brasilianische Musik der Gegenwart, mit dem São Paulo-Samba von Ardoniran Barbosa und dem netten Bossa nova-„Spaziergang“ Edu Lobos. In die Heiterkeit des Bossa nova verpackte Chico Buarque scharfe Kritik an der Militärdiktatur in Brasilien. Sein „Apesar de você“ (Dir zum Trotz) wurde 1970 zur Hymne des Widerstands. Vier Jahre später steuerte Argentinien auf eine Diktatur zu, während Astor Piazzolla mit seinem „Libertango“ den Bruch vom traditionellen zu seinem Tango nuevo markierte: ein Fanal künstlerischer Freiheit und Ruf nach politischer „libertad“.
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Schimmer Trio

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Evelyn Huber, Harfe, Komposition Jakob Lakner, Klarinette, Kontraalt-, Bassklarinette, Komposition Gustavo Strauß, Geige, Geigenloops, Komposition Eigenkompositionen und Improvisationen zwischen Jazz, Tango und Klezmer In welche Genre-Schublade kann man das Schimmer Trio packen? Will man dieser Musik überhaupt ein Etikett verpassen, wo sie doch, wo doch in ihr die Welt so einzigartig – schimmert? Voller Glanz und farbenfroh, heimatlich und zugleich exotisch. In Klassik und Jazz ausgebildet, sind Evelyn Huber, Jakob Lakner und Gustavo Strauß Ausnahmemusiker:innen, die auch komponieren und improvisieren. In ihr Spiel fließt ein, was sie beglückt. So haben sie von früh an Tango und Klezmer, überhaupt die Volksmusiken Osteuropas, Südamerikas und des Orients, auch Rock und Pop in sich aufgesogen. Neue Musikstile aus Jazz und Weltmusik, die das globale 20. Jahrhundert hervortrieb, verwandelten sie sich an. Herauskommt ein origineller Schimmer-Mix, der Tiefgang und Leichtigkeit hat, Freiheit atmet und mitnimmt: in Fremd-Vertrautes, auf Entdeckungsreise in Weiten, die da draußen sind – und die sich in uns öffnen. Jakob Lakner studierte klassische Klarinette, Jazz-Klarinette und -Komposition (u.a. Modern Creative Jazz, Folklore Imaginaire). Außer im Schimmer Trio spielt er in seinen Bands Yxalag Klezmer, Worldmusic, Sinti Jazz im Monaco Swing Ensemble. Gustavo Strauß, vielseitiger Komponist und Geiger mit deutsch-peruanischen Wurzeln, studierte Violine und Jazz. Er spielt international in Ensembles verschiedener Genres, u.a. im Paranormal String Quartet, schrieb für Streichquartett, Big- und Rockband, Jugendopern für die Salzburger Festspiele oder das Jewish Chamber Orchestra Munich. Evelyn Huber studierte klassische Harfe an der Hochschule in München, wo sie später unterrichtete. Auch durch Jazz-Studien in den USA weitete sie die konventionellen Möglichkeiten der Konzertharfe aus. In unterschiedlichen Ensembles, etwa bei Quadro Nuevo, sowie als Solistin hat sie sich in der Jazz- und Worldmusic-Szene weltweit einen Namen gemacht.

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