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Museum Franz Gertsch

Das Museum Franz Gertsch ist ein mehrheitlich privat finanziertes Museum, das dem Werk von Franz Gertsch (1930–2022) gewidmet ist. Auf gut der Hälfte der Ausstellungsfläche zeigt das Museum Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst.

Im April 1998 kam es zu einem Treffen zwischen dem Burgdorfer Industriellen Willy Michel, damals VR-Präsident der Disetronic Holding AG, und dem Künstler Franz Gertsch in seinem Atelier in Rüschegg. Bereits beim ersten Anblick der Arbeiten von Franz Gertsch war Willy Michel fasziniert, und schon bald nach dieser ersten Begegnung fasste er den Entschluss, in Burgdorf auf dem zentral gelegenen Areal der ehemaligen Milka Käserei AG ein Museum für eine zukünftige Gertsch-Sammlung zu errichten.

Aus einem schon zuvor für das Areal ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb war das Schweizer Architekturbüro Jörg & Sturm als Sieger hervorgegangen. Willy Michel beauftragte das Büro mit dem Museumsprojekt, der Baubeginn erfolgte im Sommer 2000; schon im Oktober 2002 konnte das Museum feierlich eröffnet werden.

Den Grundstock der Museums-Sammlung bildet die im Herbst 2001 gegründete Stiftung Willy Michel. Willy Michel brachte fünf Gemälde und einige Holzschnitte, Franz Gertsch ein weiteres Konvolut an Holzschnitten als Schenkung in die Stiftung ein. In einer einzigartigen Konstellation verfügt das Museum heute über einen Grossteil des Werks des Künstlers im Zeitraum 1987–2017.

Ein mit Prof. Dr. Bernhard Pulver (Präsident), Dr. h.c. Willy Michel, Katja Michel, Barbara Luginbühl-Sieber, Michael Nold, Drs. Guido de Werd und Beat Wismer hochkarätig besetzter Stiftungsrat steht dem Museum in wichtigen Fragen beratend zur Seite.

Kontakt

Museum Franz Gertsch
Platanenstrasse 3
CH-3401 Burgdorf

Telefon: +41 (0)34 421 40 20
E-Mail: info@museum-franzgertsch.ch

 

Öffnungszeiten
Di – So 10 – 17 h
Mo geschlossen

Öffentliche Führungen:
Mi 17 h | So 11 & 14 h (jeweils 1h)
Kunstpause am Mittag:
Do 12.30 Uhr (20 min)
Private Führung buchen unter:
kunstvermittlung@museum-franzgertsch.ch

Eintritt
CHF 18.- | Ermässigt CHF 14.-
Kinder bis und mit 10 Jahre und Schulklassen gratis.
Samstag ist Museumstag - ermässigter Eintritt für alle!
FAMILIENKARTE: CHF 38.-, gültig für 6 Personen, davon max. 2 Erwachsene (ab 18 Jahre)
Bewertungschronik

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Ausstellung

Robert Zandvliet:
The Painting is a Door

Das Museum Franz Gertsch widmet dem niederländischen Maler Robert Zandvliet (*1970) eine breit angelegte Einzelausstellung, die wichtige Werkgruppen der letzten 15 Jahre exemplarisch in einen Dialog bringt. „The Painting is a Door“ belegt eindrücklich, wie der in Haarlem arbeitende Künstler seine malerischen Untersuchungen an der Schnittstelle von Abstraktion und Gegenständlichkeit vorantreibt. Die Ausstellung wird von einer umfangreichen Monografie begleitet.

Robert Zandvliet gilt als einer der bedeutendsten niederländischen Maler der Gegenwart. Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelt er sein Werk, das sich im Spannungsfeld von Repräsentation und selbstreflexiver malerischer Praxis verorten lässt. Für den Künstler bleibt das konkrete Motiv stets Ausgangspunkt für seine Bildfindungen, die sich in ihrer dynamischen Malweise dann aber auch in einem sehr freien, assoziativen Raum ansiedeln.

Von zentraler Wichtigkeit für die Ausstellung ist die Serie „Seven Stones“ (2014), die erstmals ausserhalb der Niederlande ausgestellt wird. In dieser beeindruckenden Werkgruppe konzentriert sich Robert Zandvliet motivisch in konzeptioneller Konsequenz auf Steine, die sich in ihrer malerischen Transformation vom eigentlichen Motiv loslösen und auf grundlegende Bedingungen und Mittel der Malerei verweisen.

Ausgehend von dieser im ersten Saal geschlossen präsentierten Serie, deren formale Homogenität auch durch eine stark reduzierte Farbpalette betont wird, spannt die Ausstellung den Bogen bis zu „Paradaidha“, Zandvliets neuester Werkgruppe. Das altpersische Wort „paradaidha“ meinte ursprünglich eine ummauerte, bewässerte Gartenanlage, die als Ort der Fülle und des Glücks zum Inbegriff des Paradieses wurde. Die ausgewählten, grossformatigen Werke dieser Serie verdeutlichen das für Zandvliets Schaffen bestimmende Verhältnis von äusserst durchdachtem Bildaufbau und dem spontanen Ausdruck malerischer Praxis. Diese grundsätzlichen Wechselwirkungen werden in der Ausstellung mit über 30 repräsentativen Werken untersucht.

Robert Zandvliet wurde 1970 in Terband (NL) geboren, besuchte von 1987–92 die Kunstakademie Constantijn Huygens in Kampen und schloss seine Masterstudienzeit 1994 an der Kunstakademie De Ateliers in Amsterdam ab. Er ist Preisträger des Prix de Rome (Malerei, 1994), des Charlotte-Köhler-Preises (1998) und des Wolvecamp-Preises (2004). Seither verzeichnet Robert Zandvliet eine rege Ausstellungstätigkeit in Europa und den USA. Wichtige institutionelle Einzelausstellungen hatte er etwa im Stedelijk Museum, Amsterdam (2001), Kunstmuseum Luzern (2001), Kunstmuseum Bonn (2005), Kunstmuseum Den Haag (2012), De Pont Museum, Tilburg (2014, 2005, 1997) oder im Dordrechts Museum, Dordrecht (2020, 2019, 1996). Zandvliet lebt und arbeitet in Haarlem (NL).

Die Ausstellung wurde kuratiert von Andreas Fiedler, Kunsthistoriker, freischaffender Kurator und Kunstkritiker.

Die Ausstellung steht unter dem Patronat der Botschafterin des Königreichs der Niederlande in der Schweiz, Karin Mössenlechner.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Buch, das den Werdegang des Künstlers seit seinen fulminanten Anfängen Ende der 1990er Jahre umfassend dokumentiert und aus verschiedener Perspektive beleuchtet.

Parallel zur Ausstellung im Museum Franz Gertsch findet eine weitere Ausstellung von Robert Zandvliet in der Kunsthalle Darmstadt (D, 29.03. – 30.08.2026) statt.
Zur Kunsthalle Darmstadt

Die Ausstellungsprojekte wurden angeregt von Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt a.M. (DE)
bernhardknaus.com/

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Ausstellung

Franz Gertsch:
Eisenbett und Trompete, Familie und Paare

Die Ausstellung in Raum 1 des Museum Franz Gertsch umfasst Gemälde, Collagen, Linolschnitt und Zeichnungen von Franz Gertsch aus den Jahren 1965 bis 1969. Das Museum freut sich, die Werke „Der grosse Spielmann“ und „O mein Papa“ (beide 1966) von den Kunstsammlungen des Kanton und der Stadt Bern sowie „Paar“ (1968) von der Einwohnergemeinde Bolligen als Dauerleihgaben anvertraut bekommen zu haben und diese nun erstmals im Kontext anderer Werke aus derselben Entstehungszeit zu zeigen.

Artisten und Spielleute, aber auch Liebespaare und Familienszenen beschäftigten Franz Gertsch als Bildmotiv in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre. Gertsch war seit 1963 in zweiter Ehe verheiratet, die gemeinsamen Kinder mit Maria Gertsch-Meer wurden 1963, 1965, 1966 und 1968 geboren und die Familie lebte in einer kleinen Stadtwohnung in Bern.

Gertschs Collagen und Gemälde nach Collagen aus dieser Zeit sind formal und farblich reduziert. Dargestellt sind muskulöse Artisten und Artistinnen, Bilder tragen Titel wie „Artistenfamilie“ oder „Pyramidaler Auftritt“. Bei Werken, die Vater-Mutter-Kind-Konstellationen zeigen, wie „Familie bei Nacht“, „Trompetennachwuchs“ oder „O mein Papa“, bleibt es offen, ob diese auch in die Welt der Schausteller und Spielleute gehören. Der wiederholt dargestellte Mann wirkt sehr kräftig und trägt oft einen grossen, dunklen Schnurrbart, das Kind (die 1959 geborene Tochter Renate aus der ersten Ehe mit Denise Gertsch oder ein nicht namentlich benannter Sohn) wird wiederholt als Harlekina oder Harlekin bezeichnet und trägt ein Hemd oder Kleid mit Rautenmuster. Auch die Mutter ist in diesem Gewand mitunter zu sehen.

Autobiografisches und Fiktion verschmelzen zu einem Bildganzen. Bildelemente, wie das weisse Eisenbettgestell, das Franz Gertsch in einer Ferienwohnung abgezeichnet hatte, oder die goldene Trompete, die er gebraucht gekauft hatte, werden als Bildelemente wiederholt aufgenommen und variiert.

Bereits in „Familie bei Nacht“, das im vorderen Teil des Ausstellungsraums gezeigt wird, verwendet Gertsch das Motiv eines ineinander verschlungenen Liebespaares, das auf dem Gemälde „Le Sommeil“ (1866) von Gustave Courbet (1819–1877) basiert. Mit dem Entwurf einer solchen Darstellung hatte Franz Gertsch 1967 den Wettbewerb für Wandgemälde im neuen Schulhaus Langenthal gewonnen, die Bilder konnten aber nach einem Skandal – die Motive eines liegenden und eines stehenden Paares wurden von der Lehrerschaft und der Langenthaler Bevölkerung als unanständig und in einer Schule deplatziert betrachtet – nicht realisiert werden. Das Motiv des liegenden Paares variierte der Künstler jedoch in mehreren Werken, von denen im hinteren Raumteil einige gezeigt werden. Dieser Bereich ist dem Thema des Paares im Schaffen von Franz Gertsch gewidmet: Sitzende und liegende Männer und Frauen werden mit Hilfe einer Schablonentechnik mehrheitlich in den Grundfarben Rot, Blau und Gelb dargestellt.

Weitere Gemälde und Holzschnitte des Künstlers sind im Erweiterungsbau ausgestellt.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle.

franz-gertsch.ch

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Ausstellung

Leanne Picthall:
Meaning So Well

Im Kabinett des Museum Franz Gertsch zeigt die junge Westschweizer Malerin Leanne Picthall (*1999) aktuelle Gemälde in Öl auf Leinwand. Es handelt sich um ihre erste Einzelausstellung in einem Museum.

Leanne Picthalls Ölgemälde lassen sich klassischen Genres wie dem Selbstporträt, Porträt, Stillleben und Tierbild zuordnen. Auch die Interaktion zwischen Mensch und Tier auf persönlicher Ebene interessiert die Künstlerin. Ihre Bildsprache leitet sich von der Ästhetik zeitgenössischer Smartphone-Fotografie ab, sie wählt ungewöhnliche Ausschnitte oder auch stark herangezoomte Details als Vorlagen für ihre Gemälde. Standbilder aus eigens inszenierten und gedrehten Videos dienen ihr ebenfalls als Ausgangsmaterial. Ihre Kindheit und eigene Gefühle werden ebenso thematisiert wie ihre Grossmutter, der als Fahrradmechaniker arbeitende Bruder, Freunde oder der eigene Hund und andere Tiere. Einige Bilder haben Text als Sujet, zu lesen ist etwa „afraid of a lot“ oder „it’s fine“. Picthall, die als Tochter einer kanadisch-deutschen Mutter und eines englischen Vaters dreisprachig (Französisch/Englisch/Deutsch) aufgewachsen ist, betitelt ihre Werke in englischer oder französischer Sprache.

Die im Kabinett miteinander gezeigten Arbeiten öffnen den Blick durch die Augen der Künstlerin auf Menschen und Tiere, auf Beziehungen – dargestellt mit Motiven aus ihrem Leben und dem ihrer Nächsten, ihrem Umfeld. Eine neu entstandene Werkgruppe (2025/26) basiert auf einem Video, in dem die Künstlerin, im Gesicht geschminkt wie die Fellzeichnung ihres Hundes, mit diesem interagiert. Verschiedene Standbilder daraus hat sie als Gemälde ausgeführt. In der Ausstellung sind auch vereinzelt ältere Arbeiten zu sehen (2023/24).

Zentrale Motive im aktuellen Schaffen von Leanne Picthall sind Fragen des Künstlerseins, der Performanz – etwas darstellen, schauspielern – auf der Bühne und im alltäglichen Leben: Charaktere, die wir verkörpern, und Rollen, die wir spielen. Dabei bewahren die Werke, die auf mit dem Smartphone eingefangenen Momentaufnahmen, herangezoomten Details oder Selfies basieren, eine spielerische Leichtigkeit und bleiben für Interpretationen offen – dies spiegelt sich auch in der diskreten Farbwahl, den gedeckten und kühlen Schwarz-, Weiss-, Hellblau- und Grüntönen, wider.

Leanne Picthall wurde 1999 in Genolier, einer Gemeinde in der Region Nyon des Kanton Waadt, geboren. Auf das Vorbereitungsjahr 2019–20 in Kunst und Design an der École de design et Haute école d’art du Valais (édhéa) in Siders folgte 2023 der Abschluss eines Bachelorstudiums in Fine Arts an der HEAD, der Haute école d’art et design in Genf. 2023 erhielt die Künstlerin den Prix Tremplin/HEAD der Fondation Leenaards, Lausanne. Seit 2019 stellt die Künstlerin in Gruppenausstellungen aus. Ihre erste Einzelpräsentation hatte sie 2024 in der Genfer Galerie Skopia. 2025 war sie Teil der Gruppenausstellung „COME-BACK! L’art figuratif en suisse: une scène au féminin“ im Musée d’art de Pully in Pully. Die Künstlerin lebt in Borex und arbeitet in Nyon.

Die Ausstellung wird kuratiert von Anna Wesle in Zusammenarbeit mit der Künstlerin.

Der Katalog zur Ausstellung erscheint bei Modo Press in Frankfurt am Main.

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Ausstellung

Alois Lichtsteiner:
Es ist nicht, was es ist

Der Schweizer Maler, Druckgrafiker und Objektkünstler Alois Lichtsteiner (*1950) zeigt im Museum Franz Gertsch erstmals eine monumentale Gruppe an Werken, die zentrale Momente seiner Suche nach dem Umgang mit Malerei markieren. Er wirft ausserdem einen Blick zurück in die 1980er-Jahre zum Beginn seiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Im Laufe der Ausstellung kann verfolgt werden, wie Lichtsteiner von der Farbigkeit zum Bild in Graustufen und wieder zurück zur Farbigkeit findet.

Lichtsteiner, dessen Kunst oft mit den Gruppen der „Birken“- und „Berg“-Bilder in Grautönen auf weissem Grund in Verbindung gebracht wird, schuf in den 1980er-Jahren sehr farbstarke Gemälde. In einer Zeit, in der die Malerei totgesagt wurde und andere, neue Kunstformen bevorzugt wurden, suchte er, der malen wollte, nach konzeptuellen Ausdrucksformen und seinem persönlichen Weg aus dieser Situation. Bei Lichtsteiner dient das Bild, das uns an etwas erinnert, als Metapher für die Fragen der Malerei, die er seit Jahrzehnten bearbeitet.

Mit grosser Radikalität löste sich Lichtsteiner ab 1997 von der Farbe und ging in die Graustufen, in den Bereich der Nichtfarbe. Es handelt sich um Versuchsanordnungen, um Deklinationen seiner Beschäftigung mit Farbe und Grund. Die für ihn gültigen Lösungen hielt er nach dem Entstehen verschiedener kleinformatigerer Werke auf grossen Leinwänden fest. Folgt man dieser Serie chronologisch, kann man die Entwicklung nachvollziehen. Der Plan entstand schon früh – bereits 2006 schaffte Lichtsteiner das Material für die acht Gemälde an. Die letzten beiden Werke wurden mit Blick auf diese Ausstellung fertiggestellt.

Die intensive Beschäftigung mit dem Hochdruck führte Lichtsteiner zur Farbe zurück: Seine Gemälde seit 2011 sind wieder farbig. Das, was die Betrachtenden als „Schnee“ empfinden, bleibt weitgehend weiss, die ab und an eingesetzten „Himmel“ blass, die „Felsformationen“ erscheinen hingegen in changierenden, zarten bis kräftigen Farbmodulationen.

Beim Rundgang sind die Besuchenden dem Kontrast von figürlich erscheinenden Werken und den metaphorischen, konzeptuellen Inhalten der grossen Fragen der Malerei, die dahinterstehen, ausgesetzt und werden zum genauen Hinschauen und Hinterfragen ihrer ersten Eindrücke angeregt.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle in Zusammenarbeit mit dem Künstler. Der Katalog zur Ausstellung ist bei Modo Press in Frankfurt am Main erschienen und in unserem Shop erhältlich.

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Ausstellung

Franz Gertsch - Porträts und Naturstücke

In dieser Ausstellungsperiode sind im Museum Franz Gertsch grossformatige Malerei und Holzschnitte von Franz Gertsch zu sehen. Die Schau konzentriert sich auf Porträts und Naturstücke.

Im ersten Raum werden die vier Gräser-Gemälde aus den 1990er Jahren gezeigt, mit denen Gertsch nach einer mehrjährigen Malpause, in der er sich ausschliesslich mit der Entwicklung seiner neuen Holzschnitttechnik beschäftigt hatte, die Malerei wieder aufnahm. „Gräser I“ (1995/96) zeigt in starker Vergrösserung einen Abschnitt des schilfartigen Grases (Waldzwenke) aus seinem Garten in Rüschegg. Für „Gräser II“ (1996/97), „Gräser III“ (1997) und „Gräser IV“ (1998/99) nutzte der Künstler Ausschnitte aus dem eigenen ersten Bild als Vorlagen. Gertsch verfolgte in dieser Serie einen konzeptuellen Umgang mit der eigenen Malerei, indem er das erste Gemälde wieder aufgriff, vergrösserte und mit Ausschnitten und Belichtungen spielte.

Der zweite Raum der Ausstellung ist neben Schwarzwasser-Holzschnitten den grossformatigen Porträts gewidmet. Die Modelle für die hier gezeigten Drucke, „Natascha IV“ (1987/88), „Dominique“ (1988), „Doris“ (1989) und „Silvia“ (2001/02), waren junge Frauen in ihren frühen Zwanzigern aus der Umgebung und Bekanntschaft von Franz Gertsch. Mitte der 1980er Jahre hatte Gertsch seine eigene Art des grossformatigen Farbholzschnitts entwickelt, der sich in wesentlichen Punkten von seinem frühen Holzschnittwerk unterscheidet. Waren die frühen Holzschnitte im klassischen Schwarzlinienschnitt gehalten und arbeiteten mit einem System aus schwarzen Umrisslinien, sind die späteren Holzschnitte durch ein System von so genannten «Lichtpunkten» geprägt – die Darstellung des Motivs ergibt sich aus dem Zusammenspiel der hellen Stellen des Druckes. Franz Gertsch ging hier (wie bei seiner Malerei) von einer fotografischen Vorlage aus – er übersetzte das Licht einer farbigen Diaprojektion beim Bearbeiten des Druckstocks aus Lindenholz mit dem Hohleisen in ein System von hineingeschnittenen Punkten und nichtbearbeiteter Fläche. Die Holzschnitte wurden anschliessend vom Künstler und seinem Druckerteam in kleinen Auflagen von Hand auf handgeschöpftes Japanpapier gedruckt. Zu Beginn dieser Phase bearbeitete der Künstler mehrere Platten für ein Sujet und druckte dann verschiedene Motiv- und Tonplatten übereinander. In dieser Ausstellung kann man das an «Natascha IV» und «Silvia» nachvollziehen. Bei den weiteren Holzschnitten, etwa «Dominique», druckte er mit einer Platte eine Farbe und erhielt so das vollständige Bild.

Weitere Gemälde und Holzschnitte des Künstlers sind im Erweiterungsbau ausgestellt.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle.

(Bild: Holzschnitt, 218 x 157 cm; Handabzug 17/18 auf Kumohadamashi Japanpapier von Heizaburo Iwano, 244 x 184 cm, Türkis verblaut; Museum Franz Gertsch, Burgdorf, © Franz Gertsch AG)

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Führung

Führungen

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Mittwoch 17 Uhr, Sonntag 11 & 14 Uhr (jeweils 1h)
"Kunstpause am Mittag", Donnerstag 12.30 Uhr (20 min)
Kosten: Führungen kostenlos, Eintritt regulär
Private Führung buchen unter kunstvermittlung@museum-franzgertsch.ch
(Buchungen können gerne bis eine Woche im Voraus entgegengenommen werden und der Buchungsprozess dauert 5 Arbeitstage)

FÜHRUNGEN FÜR GRUPPEN
Dauer: 1 Stunde | Kosten: CHF 150.– (CHF 200.- für eine englische oder französiche Führung)
exkl. Eintritt à CHF 14.-.
Max. Anzahl TeilnehmerInnen pro Führung: 26

KURATORENFÜHRUNG
Pro Ausstellung findet eine Kuratorenführung statt.

POETISCHE FÜHRUNG
Die einstündige Sonderführung mit Andreas Jahn nimmt die Poesie beim Wort, deren Grundbedeutung das schöpferische Tun umschreibt. Dabei erfahren Sie etwas über die Kunst des Findens und Erfindens von Gedanken und Motiven. Wie können uns Bilder ansprechen? Was sagt man mit Farben und Formen? Ein Bild wird, wenn man es betrachtet, erlesen.

Kosten: Führung CHF 10.-, Eintritt regulär
Anmeldung nicht erforderlich
Dauer: 1 Stunde
Privat buchen: CHF 180.– exkl. Eintritt ins Museum
Leitung: Andreas Jahn, Germanist und Kunstvermittler www.anjan.ch

ARCHITEKTURFÜHRUNG
Der Architekturrundgang führt durch Innen- und Aussenräume des ursprünglichen Museumsgebäudes von 2002 und des 2019 fertiggestellten Erweiterungsbaus mit seiner skulpturalen Form. Dabei werden auch Themen wie Architektur im Stadtraum in ihrer historischen Entwicklung sowie Raum- und Baukörper als sinngebende Elemente angesprochen.

Dauer: 1 Stunde | Kosten: CHF 180.– exkl. Eintritt à CHF 14.-
Unter fachkundiger Leitung
Private Führung buchen unter kunstvermittlung@museum-franzgertsch.ch
(Bitte beachten Sie, Buchungen können mindestens 7 Tagen im Voraus entgegengenommen werden der Buchungsprozess dauert 5 Arbeitstage.)

PRIVATE FÜHRUNGEN
buchen unter: kunstvermittlung@museum-franzgertsch.ch

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Ausstellung virtuell

Virtueller Rundgang

Auf unserer Internetseite können Sie einen virtuellen Rundgang durch das Museum machen. Dabei wird die Ausstellung "Franz Gertsch. Momentaufnahme" welche vom 22.09.2012 bis zum 03.03.2013 gezeigt wurde, abgebildet.



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Online-Shop

Onlineshop

Geschenke
Bücher
Kataloge
Postkarten
Plakate
Poster
Seriegraphien
Original Holzschnitte

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Museum Franz Gertsch

Das Museum Franz Gertsch ist ein mehrheitlich privat finanziertes Museum, das dem Werk von Franz Gertsch (1930–2022) gewidmet ist. Auf gut der Hälfte der Ausstellungsfläche zeigt das Museum Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst.



Im April 1998 kam es zu einem Treffen zwischen dem Burgdorfer Industriellen Willy Michel, damals VR-Präsident der Disetronic Holding AG, und dem Künstler Franz Gertsch in seinem Atelier in Rüschegg. Bereits beim ersten Anblick der Arbeiten von Franz Gertsch war Willy Michel fasziniert, und schon bald nach dieser ersten Begegnung fasste er den Entschluss, in Burgdorf auf dem zentral gelegenen Areal der ehemaligen Milka Käserei AG ein Museum für eine zukünftige Gertsch-Sammlung zu errichten.



Aus einem schon zuvor für das Areal ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb war das Schweizer Architekturbüro Jörg & Sturm als Sieger hervorgegangen. Willy Michel beauftragte das Büro mit dem Museumsprojekt, der Baubeginn erfolgte im Sommer 2000; schon im Oktober 2002 konnte das Museum feierlich eröffnet werden.



Den Grundstock der Museums-Sammlung bildet die im Herbst 2001 gegründete Stiftung Willy Michel. Willy Michel brachte fünf Gemälde und einige Holzschnitte, Franz Gertsch ein weiteres Konvolut an Holzschnitten als Schenkung in die Stiftung ein. In einer einzigartigen Konstellation verfügt das Museum heute über einen Grossteil des Werks des Künstlers im Zeitraum 1987–2017.



Ein mit Prof. Dr. Bernhard Pulver (Präsident), Dr. h.c. Willy Michel, Katja Michel, Barbara Luginbühl-Sieber, Michael Nold, Drs. Guido de Werd und Beat Wismer hochkarätig besetzter Stiftungsrat steht dem Museum in wichtigen Fragen beratend zur Seite.
Öffnungszeiten
Di – So 10 – 17 h
Mo geschlossen

Öffentliche Führungen:
Mi 17 h | So 11 & 14 h (jeweils 1h)
Kunstpause am Mittag:
Do 12.30 Uhr (20 min)
Private Führung buchen unter:
kunstvermittlung@museum-franzgertsch.ch

Eintritt
CHF 18.- | Ermässigt CHF 14.-
Kinder bis und mit 10 Jahre und Schulklassen gratis.
Samstag ist Museumstag - ermässigter Eintritt für alle!
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